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Archive for the ‘Tierschutz’ Category

Auslandstierschutz?

Aus aktuellem persönlichen Anlass möchte ich etwas über den Auslandstierschutz schreiben.

Es ist jetzt gut 1,5 Jahre her, als wir uns in eine Datenbank für Flugpaten eintrugen. Schnell meldete sich auch jemand von einer kleinen privaten Organisation und wir nahmen am Ende unseres Urlaubs zwei Hunde mit nach Deutschland. Während unseres Urlaubs planten wir auch einen Tag ein, an dem wir alles vor Ort anschauen mochten. Wir besuchten also die Tierschützer und so kam es, dass wir uns als Pflegestelle anboten.

Vor fast genau einem Jahr holten wir also unsere erste Pflegehündin am Flughafen Frankfurt ab.  Kurz darauf bot ich mich an, ein Forum auf der Internetseite zu integrieren, so dass die Besucher und Unterstützer auch immer wieder zurück kommen und sich an der Sache beteiligen. Wir wuchsen also immer tiefer in den Tierschutz hinein.
Bald drängte sich die Frage auf, ob denn nicht ein Verein gegründet werden soll. Ab diesem Zeitpunkt fingen dann die Unstimmigkeiten an. Wir hinterfragten und kritisierten einige Sachen, wir gründen doch keinen Verein, wenn für uns nicht alle Fragen geklärt sind, aber das war offensichtlich nicht gewünscht, und unser „Rauswurf“ stand bevor. Das war vor etwa einem Monat.

Nachdem ich jetzt etwas Abstand gewonnen habe, habe ich mir die Frage gestellt, was ist eigentlich Auslandstierschutz?
Ist es
…kranke Tiere wieder aufpäppeln und sie nach Deutschland bringen?
…sich irgendwelche Geschichten auszudenken, damit die Leute spenden, um es dann doch für was anderes auszugeben?

Oder ist es
…freilaufende Hunde und Katzen zu kastrieren
…Aufklärung der Einheimischen
…jungen, gesunden Hunden eine Chance zu geben?

Man soll mich jetzt nicht falsch verstehen, ich bzw. wir haben auch zwei Hunde aus dem Tierschutz. Cosmo kommt aus einem deutschen Tierheim und Shiva kommt aus Spanien. Und ich würde beide wieder zu mir nehmen.
Ich persönlich würde mir keinen kranken Hund aus dem Ausland holen und dafür auch noch 300 € Schutzgebühr hinlegen, wenn ich genauso gut einen gesunden Hund haben könnte. Was ich damit ausdrücken will ist, dass ich es absolut verantwortungslos finde, wenn ein Verein oder eine Organisation,  Massen an Geld in kranke Tiere investiert, wo es vielleicht am Ende gerade mal die Hälfte schafft. Wenn sie ausreisebereit sind, werden sie dann nach Deutschland verfrachtet. Im Anschluß wird dann noch gejammert, dass doch an allen Ecken und Enden das Geld fehlt. Dann kommt es zu dubiosen Spendenaufrufen, was noch alles gebraucht wird, oder was noch gebaut werden muss. Dass das Geld aber andere Löcher stopft, das bekommen die gutgläubigen Spender doch gar nicht mit. Stattdessen werden wieder neue Geschichten erfunden, um erneut einen Spendenaufruf zu starten.
Das sind die Erfahrungen, die ich in einem Jahr sammeln durfte.

Meiner Meinung nach kommt es auf die anderen Punkte an. Kastrationen der Strassentiere sollten an erster Stelle stehen.
Ich bin auch dafür, dass gesunde Junghunde und gesunde ältere Hunde in Deutschland eine Chance verdient haben.
Ich bin aber nicht dafür, dass kranke Hunde, oder Hunde, bei denen die Krankheit immer wieder ausbrechen kann, aufgepäppelt werden, um in Deutschland vermittelt zu werden.

Ich persönlich werde in Zukunft, bevor ich irgendetwas spende, mich sehr genau über die Umstände informieren. Werde eher dreimal prüfen, ob es seriös ist.

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Mimi – kleiner Terriermischling sucht ein Zuhause

Wir fungieren als Pflegestelle für die IG Tierschutz Türkei und haben momentan die kleine Mimi bei uns.

 

Für weitere Infos und Kontakt bitte auf die Bilder klicken, dort werden sie direkt zur Homepage der IG Tierschutz Türkei weitergeleitet.

Gruß
Melanie

Flugpate werden (Teil 2)

Wie versprochen berichte ich jetzt über die Flugpatenschaft aus einem Nicht-EU-Land, der Türkei.

Am Flughafen in Antalya ging beim Check-In alles zügig über die Bühne. Die Tierschützer vor Ort kümmern sich um alles. Man nimmt dann die Papiere für das jeweilige Tier (Hund oder Katze) in Empfang und bewahrt sie im Handgepäck auf. In Deutschland angekommen (in unserem Fall in Stuttgart) geht man dann zur Sperrgepäckausgabe und holt die Tiere ab. Danach kommt man am Zoll vorbei. Dort wurden bei uns die Papiere für die beiden Hunde genauestens unter die Lupe genommen. Natürlich war nichts zu beanstanden und wir konnten die Hunde an den örtlichen Tierschutz übergeben.

Wie man sieht, ist es ganz einfach, eine Flugpatenschaft zu übernehmen. Ich hoffe, dass durch diese positiven Erfahrungen, die wir gemacht haben, sich noch weitere Menschen dazu bereit erklären, den Tieren aus dem Ausland zu helfen.

Flugpate werden?

Immer wieder liest man, dass Flugpaten benötigt werden. Was ist das überhaupt? Was kostet das denn? Welche Unannehmlichkeiten entstehen mit dabei? Warum sollte ich denn Hunde und Katzen aus dem Ausland nach Deutschland bringen? Haben wir denn nicht genug Hunde und Katzen in unseren Tierheimen? Alles Fragen, die immer wieder auftauchen.
Flugpaten sind Menschen, die auf Ihrem Urlaubsrückflug Hunde oder Katzen mitnehmen. Kosten entstehen dadurch keine. Die Tierschützer vor Ort helfen beim Einchecken und bezahlen die Frachtkosten für das Tier. Der Flugpate muss nur die Papiere (Impfpass, Gesundheitszeugnis) mitnehmen. Am Zielflughafen in Deutschland wird das Tier dann am entsprechenden Schalter vom Flugpaten in Empfang genommen. Am Zoll werden eventuell die Papiere überprüft. Danach wartet schon ein Mitarbeiter der Tierschutzorganisation auf den Hund oder die Katze.

Nun noch zu der Frage, warum man einem Tier in Deutschland eine Chance geben sollte. In Süd- und Osteuropa landen viele Hunde in Tötungsstationen, wo sie dann nach einiger Zeit, wenn sich kein Besitzer mehr meldet, getötet werden.

Haben wir denn nicht genug Hunde in unseren Tierheimen?
Ja, haben wir. Aber ich musste feststellen, dass sehr viele große Hunde im Tierheim sind. Die kleinen sind wohl alle sehr schnell wieder vermittelt. Als wir auf der Suche nach einer Spielgefährtin für unseren Cosmo waren, wurden wir in deutschen Tierheimen nicht fündig. Und so suchten wir im Internet und sahen Shiva, die in Spanien auf einer Tötungsstation saß. Wir verliebten uns in sie. Auf der Suche nach einem Flugpaten für die süße Maus war dann alles nicht mehr so einfach. Wochenlang haben wir gewartet. Dann hab ich selbst einen Flug gebucht und Shiva in Spanien abgeholt. Es hat alles einwandfrei funktioniert. Zur verabredeten Zeit war die Tierschützerin am Flughafen Alicante und hat zusammen mit mir Shiva eingecheckt. Am Flughafen Frankfurt ging auch alles reibungslos. Ich habe Shiva am Sperrgepäckschalter abgeholt und konnte ungehindert durch den Zoll marschieren.

Wir haben uns sonst auch nie als Flugpaten gemeldet, obwohl wir teilweise zweimal im Jahr in ein südliches Land geflogen sind. Jetzt denken wir anders, seitdem wir für unsere Shiva keinen gefunden haben. Dieses Jahr verbringen wir unseren Urlaub in der Türkei und wir haben uns schon als Flugpaten gemeldet. Dort werden wir auch die dortigen Tierschützer besuchen und Geschenke für die Hunde mitbringen. Ich werde in einem anderen Artikel berichten, wie eine Flugpatenschaft aus einem „Nicht-EU-Land“ abläuft.

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